(Hohenstein-Ernstthal)
Siegfried Schnabl, geb. in Limbach-Oberfrohna, war Psychotherapeut und Sexualwissenschaftler. Er gehörte 1990 zu den Gründungsmitgliedern der Gesellschaft für Sexualwissenschaft und war dort bis 1997 im Vorstand aktiv.
Siegfried Schnabl studierte von 1948 bis 1953 an der Universität Leipzig Klinische Psychologie und forschte, lehrte und promovierte dort anschließend, bevor er von 1955 bis 1973 als Psychotherapeut im sächsischen Erzgebirge tätig war. 1973 habilitierte er an der Leipziger Universität. Im gleichen Jahr wurde Schnabl die Weiterführung seiner Forschungsaktivitäten von Seiten der DDR-Staatsführung verboten. Von 1973 bis 1993 leitete Siegfried Schnabl die Ehe- und Sexualberatungsstelle im heutigen Chemnitz (damals Karl-Marx-Stadt) und war anschließend bis 2001 in Aue bei pro familia als Sexualberater tätig.
Siegfried Schnabl publizierte mehrere sexualwissenschaftliche Beiträge und Monografien. 1969 veröffentlichte er „Mann und Frau intim. Fragen des gesunden und des gestörten Geschlechtslebens“, den erfolgreichsten und prominentesten Ehe- und Sexualratgeber der DDR.Das Buch erschien in mehreren Auflagen, wurde in mehrere Sprachen übersetzt und über eine Million Mal verkauft – unter anderem auch in der BRD. Auch nach 1990 war Schnabl publizistisch aktiv. 1994 erschien sein Werk „100 Fragen zu Sex und Liebe“. Der Stern bezeichnete ihn in Anerkennung seiner Leistungen und Popularität als den Sexualaufklärer des Ostens.