(Leipzig)
Kurt Seikowski, geboren 1955 in Seehausen in der Altmark, ist Klinischer und Psychologischer Psychotherapeut, Sexualwissenschaftler und Hochschullehrer. Seit 1996 ist er Mitglied der Gesellschaft für Sexualwissenschaft, von 2000 bis 2015 war er deren Vorsitzender.
Kurt Seikowski studierte von 1974 bis 1979 in Leningrad (heute: St. Petersburg) Psychologie und Philosophie, anschließend arbeitete und promovierte am Fachbereich Klinische Psychologie der Universität Leipzig. Von 1983 bis 2009 war er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Klinik für Dermatologie am Universitätsklinikum Leipzig angestellt, 1998 folgte die Habilitation und die Ernennung zum Privatdozenten. Von 2009 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2021 arbeitete er an der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Leipzig. Er lehrte viele Jahre an der Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie sowie an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig zum Themenfeld Sexualität/Sexualmedizin.
Seit Anbeginn beschäftigte sich Kurt Seikowski mit der Psychosomatik von Hauterkrankungen. So ist er u.a. als Leiter der Neurodermitis- und Psoriasisakademie Mitteldeutschland für die Ausbildung von Neurodermitis-Trainer*innen zuständig. Seine Arbeits- und Forschungsfelder umfassten sexuelle Besonderheiten bei chronischen Hauterkrankungen sowie die Sexualtherapie mit Schwerpunkt Sexualität von Männern und Verlaufsbeurteilungen bei Transsexualität. Er ist Vorstandsmitglied und Sprecher für die theoretische Grundlagenausbildung des „Instituts für Psychologische Therapie e.V.“ (IPT) in Leipzig sowie Mitglied u.a. in der World Professional Association of Transgender Health, International Society for the Study of Aging Male und in der „Stiftung Männergesundheit“. Er arbeitete als Gutachter zu Transsexualität bei Vornamens- und Personenstandsänderungen, zur Prognose von Sexualstraftätern und zu Pädophilie. Im Auftrag der GSW war bis 2018 Mitglied in der Kommission zur Erarbeitung einer S3-Leitlinie für Geschlechtsdysphorie für Erwachsene und bis 2025 Mitglied in der Kommission der Erarbeitung einer S2k-Leitlinie für Geschlechtsdysphorie für Kinder und Jugendliche. Insgesamt hat er über 130 Zeitschriftenartikel, Buchbeiträge und Bücher veröffentlicht.
Veröffentlichungen (Auswahl):
Deutsche Nationalbibliothek: Katalogeinträge zu Kurt Seikowski
https://portal.dnb.de/opac/simpleSearch?query=kurt+seikowski
SEIKOWSKI K und STARKE K (Hrsg)(2002). Sexualität des Mannes. Lengerich: Pabst Science Publishers.
SEIKOWSKI K (Hrsg)(2005). Sexualität und Neue Medien. Lengerich: Pabst Science Publishers.
SEIKOWSKI K (2009). Pädophilie – psychisch krank? Ein unangenehmes Thema in der heutigen Zeit. In: Greuel L, Petermann A (Hrsg). Macht – Familie – Gewalt (?) / Intervention und Prävention bei (sexueller) Gewalt im sozialen Nahraum. Lengerich: Pabst Science Publishers, 139-153.
SEIKOWSKI K und TAUBE KM (2015). Einführung Psychodermatologie. München: UTB Ernst-Reinhardt-Verlag.
SEIKOWSKI K (2019). Die Problematik der Psychopathologisierung von Transsexualität. In: Schreiber G (Hrsg). Das Geschlecht in mir. Neurowissenschaftliche, lebensweltliche und theologische Beiträge zu Transsexualität. De Gruyter Berlin, Boston, 159-174.