Missbrauchs­beauftragte fordert mehr Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt im Internet

Im Vergleich zum Vorjahr blieben die Fallzahlen von sexuellem Kindesmissbrauch in Deutschland auf dem gleichen Niveau, wobei 15.520 Fälle in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfasst wurden. Der Präsident des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, äußerte jedoch Besorgnis darüber, dass immer noch täglich 48 Kinder Opfer sexueller Gewalt werden. Er betonte die hohe Dunkelziffer und die Notwendigkeit der Mindestspeicherung von IP-Adressen als wichtiges Instrument zur Ermittlung der Täter. Besorgniserregend ist auch der drastische Anstieg von Missbrauchsdarstellungen auf Schülerhandys, was auf die Überforderung von Minderjährigen im Umgang mit Gewalt im Internet hinweist. Experten fordern sowohl die Förderung der Medienkompetenz als auch verpflichtende Maßnahmen für Plattformanbieter, um den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Netz zu verbessern und den Missbrauch frühzeitig zu stoppen.

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Trans-Männer haben keine schlechteren Geburtsergebnisse als Cis-Frauen

Eine Studie aus den USA zeigt, dass Trans-Männer, die ein Kind zur Welt bringen, vergleichbare Geburtsergebnisse haben wie Cis-Frauen, trotz häufigerer chronischer Erkrankungen. Die Untersuchung umfasste 1.907 Trans-Personen und 2,8 Millionen Cis-Frauen und ergab, dass Trans-Männer keine höhere Rate an schweren Komplikationen während der Geburt aufwiesen und es keinen Unterschied in der Frühgeburtlichkeit gab.

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Bakterielle Vaginose – weltweit häufigste Erkrankung bei Frauen im sexuell aktiven Alter

„Die bakterielle Vaginose (BV) ist die häufigste genitale Erkrankung bei Frauen im sexuell aktiven Alter. Ihre weltweite Prävalenz beträgt 23–29 %.“

„Bei Schwangeren erhöht die BV über eine aszendierende Infektion das Risiko für eine Frühgeburt und für Spätaborte.“ „Darüber hinaus werden Co-Infektionen mit STI-Erregern (STI, „sexually transmitted infections“) wie Chlamydia trachomatis, Mycoplasma genitalium, Neisseria gonorrhoeae, Trichomonas vaginalis, humane Papillomviren (HPV) mit dem humanen Immundefizienz-Virus (HIV) begünstigt.“

© Swidsinski S, Moll WM, Swidsinski A: Bacterial vaginosis—vaginal polymicrobial biofilms and dysbiosis. Dtsch Arztebl Int 2023; 120: 347–54. DOI: 10.3238/arztebl.m2023.0090

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40 Jahre HIV-1-Erstbeschreibung

„Am 20. Mai 2023 jährt sich zum 40. Mal die Erstbeschreibung des humanen
Immundefizienzvirus Typ 1 (HIV-1), eines Retrovirus, durch die Arbeitsgruppen

von Luc Montagnier (zunächst benannt als Lymphadenopathie-assoziiertes Virus = LAV)

und Robert Gallo (zunächst benannt als Humanes T-Zell Leukämie Virus Typ III).“

© Th. Grünewald, A. Jenke, F. Neumann,
D. Teichmann in Ärzteblatt Sachsen 5|2023, S. 14-24

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Entwurf zum Selbstbestimmungs­gesetz veröffentlicht

Die Ampelkoalition hat einen Entwurf für ein Selbstbestimmungsgesetz vorgelegt, das eine einfachere Änderung des Geschlechtseintrags und Vornamens ermöglichen soll. Das Gesetz richtet sich an transgeschlechtliche, intergeschlechtliche und nicht-binäre Menschen. Der Lesben- und Schwulenverband sowie der Bundesverband Trans* begrüßten die Veröffentlichung des Entwurfs und betonten die Bedeutung einer menschenrechtsbasierten Regelung.

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Hebammenverband befürchtet Verschlechterung bei Geburtshilfe


Der Hebammenverband in Brandenburg äußert Bedenken hinsichtlich der geplanten Krankenhausreform und befürchtet eine Verschlechterung der Versorgung von Schwangeren, insbesondere in ländlichen Gebieten. Durch die Schließung von Kliniken und die Zentralisierung der Geburtshilfe könnte es zu längeren Anfahrtswegen und einem Anstieg außerklinischer Geburten kommen. Gleichzeitig nimmt die Anzahl der Krankenhäuser, die Geburtshilfe anbieten, in ganz Deutschland ab. Insgesamt wird die Versorgungssituation in Zukunft schwieriger, da viele Hebammen in den Ruhestand gehen und es an Ausbildungsplätzen mangelt.

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Digitaler Fachtag 23.06.23: „Weil es einfach etwas anderes ist“ – Perspektiven auf digitale Bildungs- und Beratungsangebote von Schwangerschafts(konflikt)beratungsstellen

Seit Juli 2020 erforscht das durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) geförderte Forschungsprojekt „Schwangerschaftsberatung und Sexuelle Bildung während der Covid-19-Pandemie aus Sicht von Fachkräften (BeSPa)“ an der Hochschule Merseburg die Chancen und Herausforderungen, die sich in der Digitalisierung von Beratungs- und Bildungsangeboten von Schwangerschafts(konflikt)beratungsstellen für Fachkräfte und Ratsuchende gezeigt haben. 

Zum Abschluss des Projekts findet am Freitag, den 23. Juni 2023 ein digitaler Fachtag mit dem Titel „Weil es einfach etwas anderes ist.“ Perspektiven auf digitale Bildungs- und Beratungsangebote von Schwangerschafts(konflikt)beratungsstellen statt, zu dem wir Sie herzlich einladen.

Der Fachtag gliedert sich in zwei inhaltliche Blöcke auf, kann aber auch als gesamte Veranstaltung besucht werden: Am Vormittag werden die Ergebnisse des Forschungsprojekts mit Blick auf das Feld der „Schwangerschafts(konflikt)beratung“ präsentiert. Es schließen sich zwei praxisorientierte Workshops an, in denen die empirischen Einblicke aus der Forschung in Kooperation mit externen Referierenden vertieft und diskutiert werden können. Am Nachmittag werden empirische Ergebnisse der Studie zum Feld „Sexuelle Bildung“ vorgestellt. Zwei anschließende Workshops bieten auch hier in Kooperation mit externen Referierenden die Möglichkeit, ausgewählte Schwerpunkte praxisorientiert zu vertiefen. Es besteht die Möglichkeit, an der gesamten Veranstaltung oder nur einem Teil (Vor- bzw. Nachmittag) teilzunehmen.


Zielgruppe: Interessierte aus Praxis, Forschung und Ausbildung

Termin: 23.06.2023, 9:00-16:00 Uhr

Ort: Digital (Zoom) - Sie erhalten eine Bestätigung Ihrer erfolgreichen Anmeldung. Der Link zur Veranstaltung wird Ihnen einen Tag vor der Veranstaltung zugesendet.

Teilnahmegebühr: Die Teilnahme am Fachtag ist kostenlos.

Weitere Informationen zur Anmeldung und zum Programm der Tagung finden
Sie auf der Homepage der Hochschule Merseburg:
https://www.hs-merseburg.de/hochschule/information/weiterbildungsangebote/tagungen/bespa-fachtag/

Unionspolitiker offen für Änderung des Transsexuellen­gesetzes

Fachpolitiker der Union zeigen sich grundsätzlich offen für eine Anpassung des Transsexuellengesetzes bezüglich der Namens- und Personenstandsänderung von transgeschlechtlichen Menschen, lehnen jedoch das Selbstbestimmungsgesetz der Ampelkoalition ab. Die Union schlägt stattdessen vor, dass Erwachsene vor einer Geschlechtseintragsänderung zwei Beratungstermine wahrnehmen sollten, während für Minderjährige die aktuelle Rechtslage beibehalten werden sollte. Einige Politiker der Union kritisieren zudem die Regierung dafür, dass sie die Bedenken von Lesben- und Schwulenverbänden sowie feministischen Gruppen hinsichtlich des Zugangs von Transfrauen oder biologischen Männern zu geschlechtsspezifischen Einrichtungen nicht ernsthaft berücksichtigt.

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Weibliche Genitalbeschneidung: Mehr Prävention, Versorgung und Rekonstruktion nötig

„In Deutschland sind immer mehr Mädchen und Frauen von der weiblichen Genitalverstümmelung bedroht oder werden hier wegen der Folgen versorgt. Die ärztlichen Aufgaben bei der Prävention, Behandlung und Rekonstruktion sollten daher immer deutlicher in den Mittelpunkt rücken.“  © Dr. med. Ursula von Gierke in Dtsch Arztebl 2023;120(15):A-652/B-560

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