Dr. med. Thomas M. Goerlich

Dr. med. Thomas M. Goerlich

Dr. med. Thomas M. Goerlich

Thomas M. Goerlich hat sich bereits 1973/74 als Abiturient, später als Student der Sexualerziehung gewidmet. 1990 war er Mitgründer des „abc-LEIPZIG e.V./ Verein für Sexualaufklärung und Prävention“, 1991 Initiator des „Aufklärungszentrums SEXUALITÄT“ (bis 1994 ein Gemeinschaftsprojekt von abc-LEIPZIG e.V. und Pro Familia Sachsen e.V.) – dieses Aufklärungszentrum existierte bis 2006, war Praktikumsort für 14 Studenten (je 1 bis 2 Semester). Die Präventionsveranstaltungen und Informationsangebote wurden immerhin von über 54.000 Schülern und Jugendlichen genutzt.

Th. M. Goerlich studierte ab 1974 an der Karl-Marx-Universität Leipzig Humanmedizin. Nach dem Studium absolvierte er die Facharztausbildung Urologie und promovierte. Auf Anraten seines Klinikdirektors, Herrn Prof. em. Dr. med. habil. F. Dieterich widmete er sich ab 1983 zusätzlich der Problematik des Transsexualismus und baute ein regionales Betreuungsnetzwerk (Urologie, Sexualmedizin, Andrologie, Psychologie, Dermatologie, HNO, Endokrinologie, Gynäkologie) auf, welches 1990/1991 wegbrach. 1994 bis 1997 Mitarbeit in einer Expertengruppe, die die „Standards der Behandlung und Begutachtung von Transsexuellen – der Gesellschaft für Sexualforschung, der Akademie für Sexualmedizin und Gesellschaft für Sexualwissenschaft“ erarbeitete.

Von 1983 bis 1990 Mitglied der von Frau Prof. em. Dr. med. habil. L. Aresin initiierten Arbeitsgruppe, die sich sexualmedizinisch-psychologischen Problemen widmete und der Sektion Ehe und Familie der DDR angegliedert war. In dieser Zeit hielt Th. M. Goerlich über 30 Vorträge zu den Themen Transsexualismus, Transvestitismus, Bi- und Homosexualität vor unterschiedlichen „Zielgruppen“ (Ärzte, Psychologen, Studenten). Aus der o.g. AG und der Sektion EFa gingen 1990/ 1991 die Gesellschaft für Sexualwissenschaft (GSW) und die regionalen Pro Familia Landesverbände in Ost- und Mitteldeutschland hervor.

Th. M. Goerlich ist Mitbegründer der GSW, ebenso von Pro Familia Sachsen e.V. Ehrenamtlich war er in mehreren Gremien von Pro Familia tätig, so auch auf Bundesebene im Medizin-Ausschuß. Austritt aus Pro Familia per 31.12.2006.

1988 wechselte Th. M. Goerlich am Universitätsklinikum Leipzig in das Fachgebiet Anästhesiologie und Intensivmedizin, da ihm wegen fehlender SED-Mitgliedschaft ein Wechsel in die Hautklinik verwehrt wurde. Ursprünglich wollte er Urologie und Andrologie kombinieren.

In der GSW ist er seit einigen Wahlperioden als Schatzmeister tätig.

Sexualwissenschaftliche Publikationen (Auswahl)

ARESIN, L.; GOERLICH, TH. M.; DIETERICH, F.: Transsexualismus. Med. Akt. (1984) 10: S 388

GOERLICH, TH. M.; EICHLER, M.; DIETERICH, F.: Zur Problematik des Transsexualismus in der DDR. Wiss. Beiträge der F.-Schiller-Univ. Jena (1989) S 159 – 163

BECKER, S.; BOSINSKI, H. A. G.; CLEMENT, U.; EICHER, W.; GOERLICH, TH. M.; HARTMANN, U.; KOCKOTT, G.; LANGER, D.; PREUSS, W. F.; SCHMIDT, G.; SPRINGER, A.; WILLE, R.: Standards der Behandlung und Begutachtung von Transsexuellen der Gesellschaft für Sexualforschung, der Akademie für Sexualmedizin und der Gesellschaft für Sexualwissenschaft. Z. Sexualforsch. (1997) 10: S 147 – 56 (und in 6 weiteren deutschen Fachzeitschriften)

BECKER, S.; BOSINSKI, H. A. G.; CLEMENT, U.; EICHER, W.; GOERLICH, TH. M.; HARTMANN, U.; KOCKOTT, G.; LANGER, D.; PREUSS, W. F.; SCHMIDT, G.; SPRINGER, A.; WILLE, R.: German Standards for the Treatment and Diagnostic Assessment of Transsexuals (1998). The Internat. Journal of Transgenderism (2005) 4: S 29 – 37

GOERLICH, TH. M., GRIMM, T.: CAM-CHAT-ERFAHRUNGEN – USER BERICHTEN (INDIVIDUELLE BEFRAGUNG VON 48 FRAUEN UND MÄNNERN IM ALTER VON 18 BIS 55 JAHREN). Sexualität und Neue Medien, Pabst Science Publishers; Lengerich, Berlin, Miami, Wien (2005) S 122 – 132   [ISBN 3-89967-231-3]

GOERLICH, TH. M.: Prof. em. Dr. med. habil. Lykke Aresin – Laudatio zum 85. Geburtstag. Ärzteblatt Sachsen (2006) 2: S 125

GOERLICH, TH. M.: International anerkannte Vorkämpferin der Sexualwissenschaft. Alumni-Magazin Univ. Leipzig (2012), S 24